Pharmazie

Lebrikizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der für die Behandlung von Asthma-Patienten getestet wird. (Foto: czardases - Fotolia.com)

Lebrikizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der für die Behandlung von Asthma-Patienten getestet wird. (Foto: czardases - Fotolia.com)

In der Pipeline

Lebrikizumab zur Behandlung von Asthma bronchiale

Der monoklonale Interleukin-13-Antikörper Lebrikizumab wird für die Behandlung von Patienten untersucht, die unter mittelschwerem bis schwerem unbeherrschtem Asthma leiden. Anfang August gab die Firma Roche bekannt, dass in einer Phase-II-Studie mit dem Prüfmedikament Lebrikizumab der primäre Endpunkt erreicht wurde.

Lebrikizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der das Zytokin Interleukin-13 (IL-13) blockieren und Entzündungen in der Lunge lindern soll. Eine übermäßige Expression von IL-13 führt zu einer Entzündung der Atemwege – einem Hauptsymptom bei Asthma.

Die Phase-II-Studie MILLY ist eine von Roche/Genentech unterstützte Studie zur Beurteilung des Sicherheitsprofils, der Verträglichkeit und der Wirksamkeit von Lebrikizumab bei erwachsenen Asthma-Patienten, deren Symptome mit inhalierten Glucocorticoiden nur unzureichend behandelt werden konnten. Im Rahmen dieser Studie wurde Lebrikizumab insgesamt sechs Mal alle 28 Tage in einer Dosierung von 250 mg subkutan gespritzt. Von den insgesamt 219 randomisierten Patienten wurde ein Patient nicht behandelt. 106 Patienten erhielten randomisiert Lebrikizumab, 112 Patienten ein Placebo.

Der primäre Endpunkt der Studie war die Messung eines Parameters der Lungenfunktion, der „Einsekundenkapazität (FEV1) vor Anwendung eines Bronchodilatators“. FEV1 bezeichnet das Luftvolumen, das nach einem tiefen Atemzug in einer Sekunde ausgestoßen werden kann. Die Behandlung mit Lebrikizumab führte bei Erwachsenen mit Asthma zu einem statistisch signifikanten Anstieg der FEV1. Die Studie zeigte ebenfalls, dass bei mit Lebrikizumab behandelten Patienten tendenziell weniger schwere Asthmaanfälle auftraten.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Infektionen (Lebrikizumab 48,1 %, Placebo 49,1 %), unter anderem Infektionen der oberen Atemwege (Lebrikizumab 12,3 %, Placebo 14,3 %) und Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Lebrikizumab 9,4 %, Placebo 8,0 %). Unter Labrikizumab traten häufiger den Bewegungsapparat betreffende Ereignisse auf (Lebrikizumab 13,2 %, Placebo 5,4 %). Insgesamt 25 Patienten (11,5 %), 12 Patienten unter Placebo und 13 unter Lebrikizumab, brachen die Studie vorzeitig ab. Die Gesamthäufigkeit der unerwünschten Ereignisse war in beiden Studiengruppen vergleichbar (Lebrikizumab 74,5 %, Placebo 78,6 %), ebenso die Häufigkeit der schweren unerwünschten Ereignisse (Lebrikizumab 3,8 %, Placebo 5,4 %). Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei vier Patienten unter Lebrikizumab auf: Zwei Patienten erlitten einen Asthmaanfall, bei einem Patienten kam es zu einer ambulant erworbenen Pneumonie und bei einem weiteren zu einem traumatischen Pneumothorax im Zusammenhang mit einem Autounfall.

Quelle: Presseinformation der Firma F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, 4. August 2011.

Dr. Bettina Hellwig / 11.08.2011, 09:05 Uhr

Kommentare:

Dr. Bettina Hellwig sagt:
26.08.2011 22:32

Sehr geehrter Herr K.,

als Apotheker-Zeitung informieren wir unsere Leser über Neuentwicklungen auf dem Arzneimittelmarkt. Dass diese von der Pharmaindustrie ausgehen, ist kein Geheimnis. Als Quelle der aktuellen Information ist folgerichtig auch nicht "die Pharmalobby", sondern konkret die Firma Hoffmann-La Roche AG angegeben, die Lebrikizumab entwickelt.
Mit der Meinung, dass die Entwicklung neuer Biologicals außerordentlich interessant und vielversprechend ist, befinden wir uns übrigens in allerbester Gesellschaft, wie Sie anhand zahlreicher Berichte, beispielsweise von unserem firmenunabhängigen Interpharm-Kongress, an dieser Stelle und auch in der Print-Ausgabe verfolgen können.
Nach der Markteinführung von Lebrikizumb werden wir dann gerne mehr...

Peter K. sagt:
11.08.2011 09:30

Und wieder einmal wird völlig unkritisch eine Produktinformation der Pharmalobby in unserer Fachzeitung veröffentlicht.
Ich wünschte mir eine größere Sensibilität bei derartigen Artikeln. Unkritische und unkommentierte Übernahmen können doch nicht der Anspruch unseres Berufstandes sein. Zumal gerade die sog. Biologicals mit größter Verantwortung zum Einsatz kommen sollten (Preis und Sicherheit).


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