Pharmazie

Leberreaktionen unter Pelargonium-Extrakt

AkdÄ schließt Hepatitis unter Umckaloabo® nicht aus

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) kommt nach Überprüfung von Fallberichten zu Transaminasenerhöhungen und Hepatitis in Zusammenhang mit der Einnahme von Umckaloabo® zu dem Schluss, dass dieses pflanzliche Arzneimittel außer für Transaminasenerhöhungen sehr selten auch für eine Hepatitis ursächlich sein kann. Sie fordert dazu auf, Patienten beim Kauf auf potenziell bedrohliche unerwünschte Wirkungen wie Überempfindlichkeitsreaktionen und Leberreaktionen hinzuweisen.

Zudem müsse nach dem Vorliegen von Kontraindikationen für die Einnahme gefragt werden. Zu den Kontraindikationen zählen erhöhte Blutungsneigung, Einnahme gerinnungshemmender Medikamente sowie schwere Leber- und Nierenerkrankungen.
Umckaloabo® enthält einen Wurzelextrakt aus Pelargonium sidoides und ist zur Behandlung einer akuten Bronchitis zugelassen. Die Diskussion um Leberschäden unter Umckaloabo® wurde durch die Schilderung eines Fallberichts in der Juli-Ausgabe des arznei-telegramm ausgelöst. Der Hersteller hatte auf die Einnahme weiterer lebertoxischer Medikamente hingewiesen und sowohl in diesem als auch in weiteren 19 ihm bekannten Verdachtsfällen einen Kausalzusammenhang ausgeschlossen (s. hierzu DAZ 2011; Nr. 29.S. 52 - 55).


Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft berichtet nun über einen 40jährigen Mann ohne bekannte Vorerkrankungen und ohne Dauermedikation, der wegen eines grippalen Infekts mit Husten für einen kurzen Zeitraum Umckaloabo® eingenommen hatte. Etwa zwei Wochen später waren dumpfe Oberbauchschmerzen und Ikterus aufgetreten, die stationär abgeklärt wurden. Laborchemisch waren die Leberenzyme und das Bilirubin deutlich erhöht. Serologische Hinweise auf eine virale Hepatitis oder eine Autoimmunhepatitis ergaben sich nicht. Der sonographische Befund zeigte eine Hepatosplenomegalie. Eine posthepatische Ursache wurde ebenso ausgeschlossen wie eine maligne Erkrankung, Speicherkrankheiten oder eine Infektion. Die Leberhistologie wurde als medikamentös-toxische Hepatitis mit kanalikulärer Cholestase ohne Nekrosen bewertet. Da keine weiteren Medikamente eingenommen wurden und kein Alkohol- oder Drogenmissbrauch vorlag, wurde die Hepatitis auf die Einnahme von Umckaloabo® zurückgeführt.

Quelle:

Hepatitis im Zusammenhang mit Umckaloabo® (Aus der UAW-Datenbank) Deutsches Ärzteblatt, Jg. 108, Heft 30, 29.07.2011

Dr. Doris Uhl / 29.07.2011, 15:30 Uhr

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