Pharmazie

Der AMK Vorsitzende Professor Schulz: Die Rezeptpflicht für viele Arzneimittel hat gute Gründe. (Foto: ABDA)

Der AMK Vorsitzende Professor Schulz: Die Rezeptpflicht für viele Arzneimittel hat gute Gründe. (Foto: ABDA)

Phenazepam

AMK warnt vor illegalen Substanzen aus dem Internet

Berlin - Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) warnt vor dem Bezug von Phenazepam über das Internet. Der zur Gruppe der Benzodiazepine gehörende Wirkstoff hat ein hohes Suchtpotenzial und ist in Deutschland nicht zugelassen. Er erfreut sich aber vor allem unter Drogenabhängigen zunehmender Beliebtheit.

In einigen Ländern der frühren Sowjetunion werden  Arzneimittel mit dem Wirkstoff Phenazepam aus der Klasse der Benzodiazepine gegen Epilepsie verwendet. Über das Internet gelangt der Wirkstoff nun zunehmend in die Hände auch von westeuropäischen Drogenabhängigen. Wer „Phenazepam“ googelt landet ohne großes Suchen bei Internetversendern sowie in Internet-Foren, in denen sich User über Bezugswege und Dosierung der fragwürdigen Substanz austauschen.

So kursieren in der Drogenszene hochriskante „Empfehlungen“: Phenazepam soll gegen Entzugssymptome, zur Entspannung oder in Kombination mit Alkohol als Schlafmittel wirkungsvoll sein. Auch gegen Panikattacken soll die Substanz helfen. Doch nicht nur das Abhängigkeitspotenzial ist hoch, warnt die AMK. Eine Überdosierung kann zu Herzstillstand oder Koma führen. In Großbritannien wurden mehrere Personen nach einer Phenazepam-Überdosis stationär behandelt, berichtet das British Medical Journal. Weitere Missbrauchsfälle wurden aus verschiedenen europäischen Staaten und aus den USA gemeldet.

In Deutschland sind bekanntlich alle Schlaf- und Beruhigungsmittel mit Benzodiazepinen rezeptpflichtig. Der AMK-Vorsitzende Prof. Dr. Martin Schulz kann dies nur unterstützen: „Die Rezeptpflicht ist keine Schikane. Sie dient dem Schutz der Patienten. Wer sie umgeht und rezeptpflichtige Arzneimittel ohne ärztliche Verschreibung illegal über das Internet kauft, riskiert bewusst unabsehbare Folgen für seine Gesundheit“.

Kirsten Sucker-Sket / 13.07.2011, 15:19 Uhr

Kommentare:

Winfried Meyer sagt:
15.07.2011 20:46

@ Pillenliesel 15.07.2011 15:09 h

zu
"Klar, dass Sie das letzte Wort haben."
mit einem stummen Lächeln :-) FÜR Sie, nicht über/gegen Sie, auch kein "arrogantes"(?) Mitleid Ihnen gegenüber, eher IHRE Sichtweise im Diskurs respektierend, aber nicht akzeptierend, obwohl Sie "feige" nickname-operierend statt mit Ihrem Klarnamen bürgend, wie es ein Vollhafter tun sollte, will er denn kein Beschränkt-Hafter sein, ... etc.,
setze ich einen Punkt hinter den Bandwurmschwall. (vorläufiger Punkt)
... schmunzelnd für 5 Sekunden ...

zu
"Mich erschreckt zutiefst, mit wie wenig Selbstbewusstsein mancher seinen Beruf ausübt. [...]"
...versus...
"aber gehen SIE mich dann nicht wortreich von der mehr...

Pillenliesel sagt:
15.07.2011 15:09

@H. Meyer:
Klar, dass Sie das letzte Wort haben.
"Sinn":
Ich gehe aber schon mein ganzes Leben geradeaus,und ich werde das nicht mehr ändern. Für die Politik taugt das natürlich nicht.
zu "Kollegenbeschimpfung":
Das hat doch alles nichts mit "andersdenken" zu tun! Und Beschimpfen ist das auch nicht, eher Mitleid !
Mich erschreckt zutiefst, mit wie wenig Selbstbewusstsein mancher seinen Beruf ausübt. Sich bei völlig korrektem (von aussen erzwungenem) Handeln klein machen (lassen), finanziell und menschlich, das verstehe ich nicht.
Hinstehen! für einen selbst, für sein Team, und für die ganze Innung- das tut gut.Mit Rechthaberei hat das nichts zu tun. No Fußabstreifer! Sonst kann man diesen Job nicht bis zur Rente machen.
(Und mehr...

Winfried Meyer sagt:
14.07.2011 20:26

@ Pillenliesel 14.07.2011 12:34 h

zu PZ S.58 oben
"Wer solche Kollegen hat, braucht keinen Bahr mehr und auch keine ABDA Öffentlichkeitsarbeit !!!"
...und...
zu
"Sinnhaftigkeiten"

Selbstverständlich gibt es diverse gar diametral-entgegengesetzte "Sinnhaftigkeiten" je nach Sichtweisen in einem Gemeinwesen, das den Anspruch erhebt, von einander unterschiedlichen INDIVIDUEN getragen zu werden, die im Wettstreit (hier Wettbewerb) miteinander jeweilige Mehrheiten zwecks Polit-Entscheidungen suchen und vorallem finden müssen, sei es nun als Kompromissformel oder in Konfrontation.
Da der Lebenszyklus der (DAV)-Einheits-Apotheke sinnähnlich Mao-Look im Beamtentum, gesteuert durch ABDA, seit geraumer Zeit mehr...

Pillenliesel sagt:
14.07.2011 12:34

@ H. Meyer:
Natürlich wird der Versandhandel nicht mehr wegzukriegen sein. Ist mir auch klar.Trotzdem kann ich über die Sinnhaftigkeit anderer Meinung sein als Sie.
Was mich stört, ist, dass man mit viel Aufwand sich auf die legalen Vertriebsketten stürzt, um hier eifriges Bemühen um die Volksgesundheit zu suggerieren. Und am Ende müssen die "Legalen" sich noch teuersoftwaregestützte Hochleistungshologrammsiegelmatrixleser anschaffen, um zu dokumentieren, dass ihr Arzneimittel "echt" ist. So seh ich das kommen.
@DAZ heute : gut, gut !!
PZ heute S. 58 oben:
Wer solche Kollegen hat, braucht keinen Bahr mehr und auch keine ABDA Öffentlichkeitsarbeit !!!
Fehlt nur noch der Satz: "dürfen wir Ihnen noch die Schuhe putzen?"

Winfried Meyer sagt:
14.07.2011 10:42

zur "Verteufelung" des Versandhandels einerseits
und
zu den "modernisierenden" Befürwortern andererseits
passt INDIREKT folgende Meldung:

"Ende 2008 hatte Meister einen Brief an die ABDA-Spitze geschrieben und angefragt, wie mit den Ergebnissen von Testkäufen in Apotheken von Funktionärsträgern der ABDA beziehungsweise der Landesapothekerkammern und -verbände umzugehen sei. Die Tests waren durch die schweizerische Kanzlei Bratschi Wiederkehr & Buob durchgeführt und als Zusammenfassung unter dem Titel „Funktionärsapotheken schlechter als Versandapotheken“ an mehrere Bundestagsabgeordnete geschickt worden."

Quelle :
www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Markt/15886.html

Winfried Meyer sagt:
14.07.2011 10:17

zu Pillenliesel`s 14.07.2011 09:31 h
"Grundübel Versand. Muss weg, da nicht kontrollierbar."

Wollen Sie, Pillenliesel, in IHRER Forderung auf Abschaffung des §11a ApoG mit dem Kopf durch die Wand ?
Da ist sogar die ABDA mittlerweile lernfähiger geworden als Sie ...
Die ApoBetrO ist ein Feinjustierungs-Instrument des ApoG-Rahmen.
Deshalb wird z.B. auch die Pick-up-Problematik u.ä. in der ApoBetrO "gelöst",
in Kompromissfindung statt Konfrontation,
OHNE Handlungsbedarf im ApoG +/ AMNOG seitens der Politentscheider.

MEMO Kommentare in
mehr...

Pillendiesel sagt:
14.07.2011 10:14

Versand wird es solange geben wie das Internet. Kein Illegaler hält sich an ein Verbot (sonst wären die ja nicht illegal). Die Apotheker sollten mitgestalten, alles andere ist leider völlig unrealistisch.

Pillenliesel sagt:
14.07.2011 09:31

@Heilberufler :
das ist nur Lebenszeichen-Senf, der muss zugegeben werden !!
Grundübel Versand. Muss weg, da nicht kontrollierbar. Und all das Gedöns mit Hologramm und Matrixcode und sonst noch allem wird den legalen Vertriebsketten aufs Auge gedrückt, wohlwissend das der Hund wo anders begraben liegt. Aber die tumbe Öffentlichkeit muss ja beruhigt werden, vornehmlich mit schweren bürokratischen Geschützen. Das macht den Sesselfurzer wieder wichtig!
Womit der Kreis sich schließt.
Gottseidank gibt es die (Brüsseler) Bürokratie! Schützt uns vor den Fälschungen in der Apotheke.

Heilberufler sagt:
13.07.2011 21:15

Und was verändert oder bewirkt die
Pressemitteilung von Professor Dr. Martin Schulz ?
Selbstgegebene Antwort: Gar nixx!
Das Internet ernährt inzwischen
viele Präsenzapotheker zusätzlich!
Man sollte ehrlich sein!

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