Pharmazie

Manch ein Apothekenkunde wird sich wundern, dass er mehr für seine Medikamente zahlen soll. (Foto: ABDA)
Neue Festbeträge für Arzneimittel
Patienten müssen mit Aufzahlungen rechnen
Berlin - Seit Monatsanfang gelten für mehr als 2.000 rezeptpflichtige Medikamente neue Festbeträge. Da nicht alle Hersteller ihre Preise auf das Erstattungsniveau abgesenkt haben, sind Apothekenkunden nun des öfteren mit Aufzahlungen konfrontiert. Rund 700 Arzneimittel sind nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) betroffen.
Liegt der tatsächliche Preis eines Arzneimittels über dem vom GKV-Spitzenverband festgesetzten Festbetrag, müssen Patienten die Differenz aus eigener Tasche bezahlen. Und das zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung von 5 bis 10 Euro pro Arzneimittel.
„Für manche Patienten sind schon die Zuzahlungen schwer zu schultern“, kommentierte der DAV-Vorsitzender Fritz Becker. „Wenn noch Aufzahlungen dazukommen, ist für viele Menschen das Ende der Fahnenstange erreicht. Ich kann den Patienten nur raten, sich in der Apotheke über preiswertere Alternativpräparate zu erkundigen. Der Apotheker wird im Einzelfall prüfen, ob ein Austausch überhaupt möglich ist und Sinn macht – nach pharmazeutischen Kriterien.“
Die neuen Festbeträge sind für neun Festbetragsgruppen festgesetzt worden. Darunter sind Arzneimittel die bei Schlafstörungen und Atemwegserkrankungen angewendet werden sowie zur Behandlung von Depressionen, der Parkinsonschen Krankheit und des Prostatakarzinoms. Die Beschlüsse führen nach GKV-Angaben zu einem zusätzlichen Einsparvolumen von 260 Mio. Euro pro Jahr.
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Kirsten Sucker-Sket / 05.07.2011, 14:13 Uhr
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