Pharmazie

Die Beratung in Apotheken bleibt verbesserungswürdig. (Foto: ABDA)
Apotheken in Berlin
Erneut Defizite bei Rezepturen und Beratung
Berlin - Die Berliner Überwachungsbehörde für Apotheken – das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) – hat im vergangenen Jahr verstärkt Apotheken unter die Lupe genommen. Es wurden 126 Sonderkontrollen durchgeführt, bei denen die Qualität von Rezepturen geprüft wurde. Außerdem wurde in einer Sonderaktion die Beratungskompetenz geprüft. Die am 23. Juni vorgestellten Ergebnisse lassen zu wünschen übrig.
„Die Qualität der Arzneimittelherstellung und Beratung ist unter dem Aspekt des gesundheitlichen Verbraucherschutzes verbesserungsbedürftig“, lautet das Fazit der Behörde. Insbesondere seien die Apotheken gefordert, ein nachhaltiges Qualitätssicherungssystem zu implementieren. Was diesen Punkt betrifft, mag sich die Behörde etwas von der anstehende Novelle der Apothekenbetriebsordnung erhoffen – hier sollen nach den bislang vorliegenden Eckpunkten für die Herstellung von Rezepturen und parenteralen Arzneimitteln QMS-Standards vorgeschrieben werden.
Bereits 2009 hatte das LAGeSo Stichprobenprüfungen zur Rezepturherstellung durchgeführt und kam dabei zu einem ernüchternden Ergebnis. 2010 wurden im März und Juni 78 Proben in 52 Apotheken gezogen – vorrangig handelte es sich um Salben und Cremes. Für 38 Apotheken zogen die Ergebnisse Bußgeldverfahren nach sich, weitere wurden zu umfangreichen Stellungnahmen aufgefordert. Denn die Hälfte der Proben wiesen Qualitätsmängel auf – etwa einen erhöhten oder verminderten Wirkstoffgehalt, eine inhomogene Verteilung des Wirkstoffs oder Verunreinigung mit anderem Wirkstoff. 85 Prozent der Proben hatten Kennzeichnungsmängel (fehlende/unzureichende Angabe der Art der Anwendung, fehlendes Verfalldatum). Als mögliche Ursachen dieser Qualitätsmängel vermutet das LAGeSo einen nicht sachgemäßen Umgang mit Waagen und automatischen Rührsystemen. Auch sei Haltbarkeit zu lang angegeben worden, mit der Folge, dass der Wirkstoffgehalt abgebaut werde.
In einem weiteren, gemeinsam mit der Apothekerkammer Berlin und ehrenamtlichen Pharmazieräten durchgeführten Projekt wurde die fachliche Kompetenz zur Einhaltung der Informations- und Beratungsqualität geprüft. Dazu wurden 50 Apotheken nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Sie erhielten von Pharmazieräten – die sich als solche auswiesen – fünf Fachfragen unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen gestellt. Um sie zu beantworten, durften Hilfsmittel wie EDV-Programme und Literatur zu Rate gezogen werden, zulässig war auch die Beratung mit Kolleginnen und Kollegen. Ein reales Kundengespräch sollte so nachgestellt werden. Die Auswertung der Antworten folgte nach einem Punktesystem – maximal waren 13 Punkte zu erreichen. Doch die maximale Punktzahl wurde von keiner Apotheke erreicht. Durchschnittlich kamen die Apotheken auf knapp 60 Prozent der Maximalpunktzahl. Die Spannbreite lag zwischen vier und elf Punkten.
Aus Sicht des LAGeSo sind dies selbstverständlich keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Ursächlich könnte aus Sicht der Behörde veraltete Literatur gewesen sein. Auch sei es möglich, dass Module von wissenschaftlichen Datenbanken nicht genutzt und Rechtsvorschriften nicht ausreichend bekannt bzw. nicht angewendet wurden. Das Personal sei offenbar nicht ausreichend geschult bzw. fortgebildet, so das Amt. Es setzt nun auf eine verbesserte Fortbildung durch die Apothekerkammer. Geplant ist zudem, Beratungsaspekte bei den Überprüfungen der Apotheken künftig verstärkt mit einbeziehen. Zudem rät die Behörde zu einer Aktualisierung wissenschaftlicher Hilfsmittel und Datenbanken – dies sollte auch kontrolliert werden.
Kirsten Sucker-Sket / 24.06.2011, 12:05 Uhr
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Carolina Kusnick sagt:
26.06.2011 19:49Sehr geehrter Herr Ullmann, sehr geehrter Godam!
Bei der DAZ werden keine Kommentare zensiert. Wir haben ein technisches Problem, das wir gerade zu lösen versuchen.
Mit freundlichem Gruß
Ihre DAZ.online-Redaktion
Godam sagt:
26.06.2011 19:30Sieht ganz so aus....
Naja wir müssen ja alle sparen, ich werd mir dann in zukunft die DAZ sparen....
Gunter Ullmann sagt:
26.06.2011 19:25da fehlen eine Menge Beiträge, warum?
Die DAZ zensiert meinungen! Unglaubliche Sauerei ist das! Wenn schon Kommentare erlaubt sind, dann lassen Sie sie stehen!
Godam sagt:
26.06.2011 19:08Wo sind meine Beiträge hin?
Gunter Ullmann sagt:
25.06.2011 15:26Klasse Anmerkung, howy
p.b. sagt:
25.06.2011 09:23Das sehe ich schon auch so.Nur das Idealbild ,wie man es ganz gern hätte wird auf kurz oder lang unter den gegebenen Umständen nicht mehr besser werden, sondern schlechter.Vergleichbar mit der Bestechlichkeitsschwelle bei Politikern und Beamten ,wenn deren
Einkommen niedrig ist.Weniger Geld in der Kasse bedeutet weniger Personal und weniger Fortbildung und der Apotheker ist gezwungen mehr Geld zu generieren.
Das bedeutet im Endeffekt man ist gezwungen weniger Zeit und Aufwand pro Patient zu verbrauchen.Oder man läßt alles so wie es ist,aber dann mit Sicherheit nur noch für eine kürzere Zeitspanne.Und wenn man den Aufwand(Beratung,Fortbildung,Rezepturenetc) und damit die Kosten gar steigert,dann wird die Zeitspanne der möglichen Existenz eventuell immer kürzer.Der Appell Heilberufler mehr...
p.b. sagt:
24.06.2011 15:23Für 2.50€ Arbeitspreis?bei ca.20Minuten Arbeitszeit(wohlgemerkt kein Beamtentempo)Hallo!!! die Zeiten haben sich geändert und liebe Behörde das ist erst der Anfang.Gibts eigentlich auch einen "Behördenchecker"??Wäre doch mal ein Anstoß für eine Internetplattform.Ich finde das schon nett,daß ausgerechnet diejenigen ,die alles minutengenau abrechnen und nicht gerade für Beratungsqualität und Kundenservice
bekannt sind ,dies beurteilen.Wenn Ihr mehr Qualität,Fortbildung wollt,dann müßt Ihr m e h r zahlen und nicht weniger-um das mal auf den Punkt zu bringen.Andernfalls wird auf Dauer
sich mit Sicherheit nichts verbessern
,sondern eher zugemacht werden müssen,Solange bis keiner mehr von Qualität spricht ,sondern nur noch froh ist,dass es in manchen mehr...