Pharmazie

Formel von Cilengitide.

Formel von Cilengitide.

In der Pipeline

Integrininhibitor Cilengitide beim Glioblastom

Darmstadt - Cilengitide ist ein Integrininhibitor, der jetzt zur Erstlinientherapie von Glioblastom-Patienten in Kombination mit einer Standardtherapie in einer Phase-III-Studie getestet wird. Cilengitide ist der erste Wirkstoff einer neuen Gruppe von experimentellen Krebstherapien, den sogenannten Integrininhibitoren, der in Phase III der klinischen Entwicklung getestet wird.

Integrine sind Rezeptoren auf der Zelloberfläche, die bei vielen Krebsarten fehlerhaft reguliert werden. Die fehlende Regulation führt zu einem gesteigerten Tumorwachstum, Überleben und invasivem Wachstum. Integrine sind für den Prozess der Angiogenese (Wachstum der Blutgefäße) von entscheidender Bedeutung – ein Prozess, der essenziell für den Tumor ist, da die neuen gebildeten Blutgefäße den Tumor versorgen und es ihm ermöglichen, über eine bestimmte Größe hinaus zu wachsen.

Wahrscheinlich hemmt Cilengitide das Tumorwachstum über zwei Wege: den direkten, zielgerichteten Angriff auf die Tumorzellen und über das Aushungern des Tumors durch die Angiogenesehemmung.

Jetzt ist die Patientenrekrutierung der zulassungsrelevanten klinischen Phase-III-Studie CENTRIC (Cilengitide in Kombination mit Temozolomid und Strahlentherapie bei neu diagnostiziertem Gliblastom) nach Angaben der Firma Merck abgeschlossen. In der Studie sollen Wirksamkeit und Sicherheit des neuen Integrininhibitors Cilengitide in Kombination mit einer Standardtherapie (Strahlentherapie plus Temozolomid, gefolgt von einer Temozolomid-Erhaltungstherapie) im Vergleich zur alleinigen Standardtherapie bei Patienten mit einem neu diagnostizierten Glioblastom untersucht werden. Mehr als 500 Patienten wurden erfolgreich für diese weltweite Studie rekrutiert, deren primärer Endpunkt das Gesamtüberleben ist.

Außerdem wird Cilengitide derzeit in Phase-I- und -II-Studien zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms und bei Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und des Halses untersucht.

Quelle: Presseinformation der Merck KGaA, Darmstadt, 9. Juni 2011.

Dr. Bettina Hellwig / 10.05.2011, 12:46 Uhr

Kommentare:

Bisher keine Kommentare vorhanden.

Kommentar abgeben:

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

 

 

Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:

RSS-Feed Tagesnews Alle

RSS-Feed Tagesnews Pharmazie

Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.