Pharmazie

Mithilfe von Nanopartikeln ist es nun gelungen, Colchicin in Krebszellen einzuschleusen. (Foto: Sebastian Kaulitzki - Fotolia.com)

Mithilfe von Nanopartikeln ist es nun gelungen, Colchicin in Krebszellen einzuschleusen. (Foto: Sebastian Kaulitzki - Fotolia.com)

Krebstherapie

Colchicin in Nanopartikeln

München - Münchener Wissenschaftlern ist es jetzt gelungen, den Wirkstoff Colchicin in konzentrierter Form mit Hilfe von Nanopartikeln direkt in Zellen einzuschleusen. Als Grundlage dienten den Forschern winzige Silikatpartikel mit einem Durchmesser von rund 50 Nanometern.

Diese Partikel sind klein genug, um eine Zellmembran zu durchdringen und auf Grund ihrer porösen Struktur können Wirkstoffe wie Colchicin gut absorbiert werden.

Colchicin hemmt die Zellteilung und somit die Vermehrung von Krebszellen, die gesundes Gewebe bedrohen. Ein Weg gegen ihre Ausbreitung könnte daher direkt über das Innere der kranken Zellen führen. Damit der Wirkstoff nicht schon vor seinem Ziel auf dem Weg durch den Körper freigesetzt wird, entwickelten die Wissenschaftler eine Art Schutzhülle, die dies verhindert. Mit nur einem Behandlungsschritt schafften sie es, die Partikel mit einer Doppelschicht aus Lipidmolekülen zu überziehen, die die Wirkstoffe erst im Zellinneren entweichen lässt. Das Prinzip ist universell einsetzbar, und Colchicin dient als Beispiel für zahlreiche andere Wirkstoffe, die auf diese Weise in Zellen eingeschleust werden können.

 

Quelle: Cauda, V., et al.: Nano Letters 2010;10:2484-92.

 

Dr. Bettina Hellwig / 16.08.2010, 07:03 Uhr

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