Pharmazie

Im MRI zeigen sich beim Reizdarmsyndrom strukturelle Veränderungen. (Foto: UCLA)
Hirnforschung
Hirnveränderungen bei Reizdarmsyndrom entdeckt
Los Angeles - US-amerikanische und kanadische Wissenschaftler haben spezifische Veränderungen im Gehirn von Patienten mit einem Reizdarmsyndrom festgestellt. Der Befund verleiht der Krankheit, die lange in die Ecke der psychosomatischen Beschwerden gedrängt wurde, eine organische Komponente.
Die pathophysiologischen Hintergründe des Reizdarmsyndroms, das mit Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen etc. verbunden ist und in den USA etwa 15 Prozent der Bevölkerung betrifft, sind bislang nur unzureichend bekannt. Vermutet wird unter anderem eine Störung in der Reizverarbeitung zwischen Gehirn und dem Darmnervensystem. Die aktuelle Studie stützt dies. Mittels Magnetresonanztomographie wurde dort festgestellt, dass das Gehirn von Patienten mit Reizdarmsyndrom Verminderungen sowie Verdickungen der grauen Substanz in Hirnbereichen zeigt, die für Aufmerksamkeit, Gefühls- und Schmerzregulation sowie für die Verarbeitung von viszeralen Informationen verantwortlich sind. "Unsere Befunde widerlegen ein für alle Mal, dass es sich beim Reizdarmsyndrom um eine psychische Erkrankung handelt und sich der Patient die Beschwerden 'nur einbildet'", kommentiert Studienautor Emeran Mayer, von der Universität zu Kalifornien, Los Angeles, das Ergebnis. Er erhofft sich zudem durch das bessere Verständnis neue Ansatzpunkte für die Therapie des Reizdarmsyndroms.
Quelle: Pressemitteilung der UCLA vom 22.7.2010
Dr. Beatrice Rall / 26.07.2010, 10:30 Uhr
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