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Pharmazie

Unterschiedliche Bindungsstellen der molekularen Motoren an die innere Hülle des Virus (in grün). (Foto: K. Radtke)

Zellbiologie

Wie Herpes-simplex-Viren an Mikrotubuli binden

Zellen verwenden Mikrotubuli, um ihre eigenen Bauteile und Organellen zu transportieren. Wie Herpes-simplex-Viren diese Mikrotubuli für ihren eigenen Zweck nutzen, konnten jetzt Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zeigen.

Die Forscher entwickelten erstmalig biochemische Methoden, mit denen sie die Bindung von Viruspartikeln an molekularen Motoren und ihren Transport entlang von Mikrotubuli untersuchen können.

Herpesviren haben ihre eigene Erbinformation, aber für ihre Vermehrung benötigen sie den Zellkern. Ohne diese Hilfe können sie ihre Erbinformation nicht ablesen und sich nicht im Wirtsorganismus ausbreiten. Dabei binden Proteine der inneren Virushülle, dem Tegument, an den Mikrotubuli gleichzeitig an Dyneine für die Reise zum Zellkern und an Kinesine für die entgegen gesetzte Richtung. Das Zusammenspiel der Dyneine und Kinesine ermöglicht den Viren freie Fahrt in alle Richtungen.

Das Verständnis des intrazellulären Transports der Viren ermöglicht es, neue Angriffsstellen für antivirale Therapien zu finden. Außerdem können anhand dieser Kenntnisse virale Nanopartikel optimiert werden, die therapeutische Gene oder Medikamente in die Zellkerne bringen sollen.

 

Quelle: Radtke, K., et al.: Online-Fachmagazin PLoS Pathogens der Public Library of Science 2010 www.plospathogens.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.ppat.1000991

 

Dr. Bettina Hellwig / 14.07.2010, 11:35 Uhr

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