Pharmazie

Everolimus kann das Wachstum von Nierenzysten verzögern. (Foto: London_England - Fotolia.com)

Immunsuppressiva

Everolimus bessert Zystennieren

Freiburg - Das Immunsuppressivum Everolimus, welches sonst in der Nierentransplantation eingesetzt wird, kann das Wachstum von Nierenzysten verzögern. Das konnten Freiburger Wissenschaftler jetzt in einer großen Studie zeigen.

Zystennieren sind eine angeborene Erkrankung, die im Laufe des Lebens die Nieren zerstören kann. Die Erkrankung führt zu verschiedenen Störungen der Signalübertragung in den betroffenen Nierenzellen. Oft werden die Nieren so groß, dass sie entfernt werden müssen. Als Folge sind viele Patientinnen und Patienten im Alter von etwa 50 Jahren auf eine Dialyse angewiesen, um am Leben zu bleiben. Die Gewissheit, dass dieses Schicksal irgendwann auf jeden Träger dieser Erkrankung zukommt, belastet die Patienten und ihre Angehörigen lebenslang. Durchschnittlich erbt jedes zweite Kind die Erkrankung von seinen Eltern, aber sie kann auch spontan auftreten.

Nun ist der Nephrologie am Universitätsklinikum Freiburg ein erster Durchbruch bei der Behandlung von Zystennieren gelungen. In einer großen Studie konnte gezeigt werden, dass der mTOR-Inhibitor Everolimus, der sonst in der Nierentransplantation eingesetzt wird, das Wachstum von Nierenzysten verzögern kann. Bei einzelnen Patienten führte Everolimus auch zu einer besseren Nierenfunktion. An der Studie haben sich 24 akademische Zentren in drei Ländern und über 430 Patienten beteiligt.

 

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Freiburg, 28. Juni 2010.

 

Dr. Bettina Hellwig / 04.07.2010, 06:55 Uhr

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