Pharmazie

Ein Gläschen Wein ohne schlechtes Gewissen genießen. Im Hinblick auf die Gewichtsentwicklung scheint das in Ordnung zu gehen. (Foto: scarletus - Fotolia.com)
Übergewicht
Alkohol geht nicht gleich auf die Hüften
Alkohol begünstigt die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas, hieß es bislang stets. Einer aktuellen Studie zufolge haben normalgewichtige Frauen, die geringe bis moderate Alkoholmengen trinken, allerdings ein kleineres Risiko für die Entwicklung von Übergewicht als Abstinenzlerinnen.
Alkohol enthält mit 7 kcal/g fast so viel Energie wie ein Gramm Fett (9,3 kcal). Zudem hemmt er die Fettverbrennung und trägt darüber zum Aufbau von Fettpölsterchen bei. Wer schlank bleiben will, sollte daher möglichst wenig Alkohol trinken, lautet eine gängige Ernährungsregel. Ganz verzichten muss man jedoch nicht, wie ein Team um Lu Wang, Boston, nun zeigen konnte. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 19.000 amerikanischen Frauen über 13 Jahre bezüglich der Gewichtsentwicklung und ihrem Alkoholkonsum. Die Frauen waren zu Beginn der Studie alle normalgewichtig (ermittelt über den BMI) und wurden gemäß ihrer Angaben zum Alkoholkonsum in verschiedene Gruppen eingeteilt - von Abstinenz bis zur Gruppe, die mehr als 30 g Alkohol täglich trank.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass diejenigen Frauen, die keinen Alkohol tranken, die größte Gewichtszunahme verzeichneten. Die geringste Zunahme hatten Frauen mit einem moderaten Alkoholkonsum (definiert als Konsum von 15 bis < 30 g Alkohol pro Tag). Worauf der Zusammenhang beruht, ist noch unklar. Die Studienautoren weisen auch darauf hin, dass man den Benefit von Alkohol auf die Gewichtszunahme natürlich mit seinen verschiedenen negativen Aspekten abwägen muss. Dennoch dürfte die Meldung alle Liebhaber eines guten Gläschen Weins erfreuen.
Quelle: Wang, L. et al.: Arch. Int. Med. 2010; 170 (5): 453-461
Dr. Beatrice Rall / 11.03.2010, 07:04 Uhr
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