Pharmazie

Kinder scheinen schon im Mutterleib davon zu profitieren, wenn ihre Mama zweisprachig ist. (Foto: Poys Kommunikations-Management GmbH)

Zweisprachigkeit schon im Mutterleib fördern

Sprachverständnis

Die Grundlagen für Zweisprachigkeit werden offensichtlich deutlich früher gelegt, als bislang angenommen. Wie das Magazin "Psychological Science" berichtet, lernen Babys bereits im Mutterleib verschiedene Sprachen voneinander zu unterscheiden. Spricht eine werdende Mutter während der Schwangerschaft zwei Sprachen, zeigt ihr Kind auch nach der Geburt Interesse an beiden Klanglauten.

Wissenschaftler aus Kanada überprüften in einem Experiment, wie Babys auf verschiedene Sprachen reagierten, wenn ihre Mütter ein oder zweisprachig waren. Sie spielten dazu 30 Babys im Alter zwischen 0 und fünf Tagen 10 Minuten lang Sätze in englischer oder philippinischer Sprache vor und untersuchten, ob die Neugeborenen Interesse an den Tönen hatten. Als Marker für die Aufmerksamkeit wählten die Forscher den Saugreflex der Kleinen. Hörten die Babys von englischsprachigen Müttern Sätze in dieser Sprache, saugten sie deutlich stärker, als bei philippinischen Worten. Waren die Mütter jedoch zweisprachig, zeigten die Neugeborenen sowohl bei Englisch als auch Philippinisch ihr Interesse durch intensives Nuckeln. Um die jeweiligen Sprachen später auch fließend zu sprechen, müssen Kinder eindeutig zwischen ihnen unterscheiden können. Den Test dazu führten die Wissenschaftler durch, indem sie den Kleinen so lange Sätze in einer Sprache vorspielten, bis diese das Interesse daran verloren. Anschließend ließen sie die Babys entweder Sätze in einer anderen Sprache oder Sätze in der gleichen Sprache von einem anderen Redner hören. Bei gleichen Worten – nur von einer anderen Person gesprochen – reagierten die wenigsten Kinder. Kam jedoch eine andere Sprache ins Spiel, wurden sowohl die ein- als auch zweisprachigen Babys wieder aufmerksamer.

 

Quelle: Werker, J. et al.: Psychological Science, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1177/0956797609360758

 

Franziska Wartenberg/DAZ / 03.03.2010, 10:00 Uhr

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