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Die Meldung zum Verdacht des Millionenbetrugs durch Apotheker beherrscht die Schlagzeilen.
Apotheker unter Betrugsverdacht
Zytostatika-Abrechnungsbetrug wieder in den Schlagzeilen
Stuttgart - Der Informationsdienst des Norddeutschen Rundfunks NDR info wartete heute mit der Meldung auf, dass mehrere Staatsanwaltschaften gegen Apotheker wegen Abrechnungsbetrugs von Zytostatikarezepturen ermitteln. Teilweise sei schon Anklage erhoben worden, teilweise sei sie in Vorbereitung. Bundesweit sollen 60 Apotheken betroffen sein. Der Betrugsskandal ist nicht neu. Die Staatsanwaltschaft hatte schon vor drei Jahren Ermittlungen aufgenommen. Nun wird nach und nach Anklage erhoben.
Den Apothekern wird vorgeworfen, illegal in großem Stil Arzneimittel zu günstigen Konditionen importiert und zu Zytostatika verarbeitet zu haben. Den Krankenkassen sollen dann die höheren Kosten der Originalpräparate in Rechnung gestellt worden sein. Die AOK Niedersachsen beziffert nach NDR-Informationen den ihr entstandenen Schaden auf mehr als zwei Millionen Euro. Insgesamt ist von einem Gesamtschaden von mehreren Millionen Euro die Rede.
Aufgeflogen ist der Betrug durch Informationen eines Pharmagroßhändlers, der selber Teil des Systems gewesen ist. Der Skandal erregte erstmals großes Aufsehen, als am 5. September 2007 bundesweit Zytostatika herstellende Apotheken wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs durchsucht wurden. Inzwischen sind die Ermittlungen soweit fortgeschritten, dass nach und nach Anklage erhoben wird. So hatte im Januar dieses Jahres die Staatsanwaltschaft Mannheim gegen einen Apotheker aus Mittelbaden Klage vor dem Landgericht Mannheim erhoben.
Der Verband der Zytostatika herstellenden Apotheker (VZA) verurteilte gegenüber DAZ.online ein solches betrügerisches Vorgehen aufs Schärfste. Er bedauerte, dass auf diese Weise die überwiegende Mehrheit der auf ungefähr 700 geschätzten Zytostatika-herstellenden öffentlichen Apotheken und Klinikapotheken in Misskredit gebracht wird.
Dr. Doris Uhl / 15.04.2010, 11:35 Uhr
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