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Politik

Uwe Deh vom AOK-Bundesverband missfällt das neue Unions-Positionspapier. (Foto: AOK-Bundesverband)
Unions-Positionspapier
AOK: Wahlgeschenke an Apotheker und Pharmaindustrie
Berlin - Der AOK-Bundesverband ist verärgert über das Positionspapier der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Es lese sich „wie eine Wünsch-dir-was-Liste der Pharmaindustrie und der Apotheken-Lobby“, sagte der Geschäftsführende Vorstand des Verbandes, Uwe Deh.
Keinerlei Verständnis hat Deh für den Vorschlag zum Apothekenabschlag. Geht es nach den Gesundheitspolitikern der Union, sollte bei den für das Jahr 2013 anstehenden Verhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband und Deutschem Apothekerverband, der Abschlag von 1,75 Euro als Ausgangsbasis zugrunde gelegt werden. Dies versteht der AOK-Bundesverband offenbar bereits als Absenkung auf 1,75 Euro. „Das sieht sehr nach einem Geschenk für die Apotheker im Wahljahr 2013 aus“, sagte Deh. Er verwies darauf, dass die Bundesregierung selbst den Abschlag vor einem Jahr auf 2,05 Euro heraufgesetzt habe. „Ein Absenken auf 1,75 Euro würde die Beitragszahler jedes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag kosten“, so Deh.
Aber auch die Vorschläge zur Nachjustierung des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes sowie zu den Rabattverträgen laufen dem AOK-Bundesverband zuwider. Eigentlich war man sehr zufrieden: Mit dem AMNOG und seiner frühen Nutzenbewertung habe die Politik „Mut bewiesen“, so Deh. „Zum ersten Mal können wir bei neuen Medikamenten die Spreu vom Weizen trennen“. Wenn die Union jetzt der Pharmalobby nachgebe und die Regelungen zur Vergleichstherapie bei der frühen Nutzenbewertung aufweichen wolle, werde „der Tiger zum Bettvorleger, bevor er überhaupt gesprungen ist.“
Wie berichtet, zeigt die Union unter anderem Verständnis für die Sorgen der Pharmaindustrie, was die für die Preisverhandlungen europäischen Vergleichspreise betrifft – damit stellt sie sich klar gegen die GKV-Position. Ausdrücklich begrüßte der AOK-Bundesverband hingegen die Anregung der CDU/CSU-Abgeordneten, die Nutzenbewertung auf den Bestandsmarkt neuer Medikamente auszudehnen.
Christopher Hermann, Chefverhandler der AOK für die Rabattverträge und Chef der Baden-Württemberg, übernahm die Kritik an den Plänen der Unions-Gesundheitspolitiker zu Rabattverträgen. Das Positionspapier schlägt vor, dass Krankenkassen für Biosimilars erst zwei Jahre nach Patentablauf Rabattverträge abschließen dürfen – eine solche „vertragsfreie Wettbewerbsphase" hatte der Branchenverband Pro Generika eigentlich für sämtliche Nachahmerpräparate gefordert. Hermann: „Es wird Zeit, dass sich die Pharmaunternehmen endlich an Wettbewerb gewöhnen. Und dieser Wettbewerb beginnt nach Patentablauf.“
Lesen Sie hierzu auch den DAZ-Bericht:
AMG-Novelle: Union nimmt sich der Apotheken an
Kirsten Sucker-Sket / 26.01.2012, 15:17 Uhr
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Apotheker B sagt:
28.01.2012 21:24Es muß sooo wunderbar schön sein im Sozialgesetzbuch V baden zu können und sich so richtig volllaufen zu lassen mit "§ 12 Wirtschaftlichkeitsgebot Abs(2) Ist für eine Leistung ein Festbetrag festgesetzt, erfüllt die Krankenkasse ihre Leistungspflicht mit dem Festbetrag"
Oder noch besser der hier:
"§ 35a Bewertung des Nutzens von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen"
mit den krönenden Abschluss:
Abs.(8) Eine gesonderte Klage gegen die Nutzenbewertung nach Absatz 2, den Beschluss nach Absatz 3 und die Einbeziehung eines Arzneimittels in eine Festbetragsgruppe nach Absatz 4 ist unzulässig. § 35 Absatz 7 Satz 1 bis 3 gilt entsprechend.
-Und zu wissen,: Das haben wir alles selbst schreiben lassen, wir brauchten in der langsam kälter werdenden Wanne nur mehr...
miwin sagt:
27.01.2012 09:14"Zum ersten Mal können wir bei neuen Medikamenten die Spreu vom Weizen trennen"
Welch unerträgliche Arroganz und Überheblichkeit sich diese Bürokraten anmaßen.
"würde die Beitragszahler jedes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag kosten"
Ist bisher jemals eine Beitragssenkung eingetreten, wenn wir auf unsere Kosten Geld für die Krankenkassen(!!) eingespart wurden ???
Christian Springob sagt:
27.01.2012 08:54Das Vokabelheft der AOK ist wirklich äußerst beschränkt. Die Argumentationen sind absolut überholt und dumm. Welche Zahlen zur Apothekenlandschaft liegen dort eigentlich vor? Und vor allem, was stellen wir für die Kassen eigentlich dar? Es ist so beleidigend, wie man mittlerweile zur Arzneimittelausgabemaschine nach Kassenwunsch degradiert worden ist. Als Dank für die Erfüllung der Kassenwünsche bekommt man einen Haufen unverschämter Retaxationen und darf sich mit einer längst verbesserungswürdigen Vergütung zufrieden speise. Eine absolute Frechheit nun, von einem Wahlgeschenk zu sprechen, wenn berechtigterweise neu um den Zwangsabschlag verhandelt werden soll. Oder haben die Kassenfurzis Angst, sich zukünftig nach dem Produzieren von Dung wieder mit herkömmlichen Toilettenpapier mehr...
Apotheker55 sagt:
27.01.2012 08:40Die Masche ist, auf Andere zu zeigen, um von den eigenen Mißständen abzulenken. Es wird tatsächlich Zeit, das Finanzverhalten der Kassen zu überprüfen, die Gehälter und sonstigen Vergünstigungen vor allem der Vorstände und die Kassen endlich auch am Sparen im Gesundheitswesen teilhaben zu lassen. Im Übrigen ist eine Anpassung der Apothekeneinkommen mehr als überfällig.
Die Versichterten interessieren dort keinen.
Günter sagt:
26.01.2012 22:02Eine widerlich billige Masche ist es, wenn in der Argumentation der Kassen immer wieder nur die finanziellen Interessen der Beitragszahler in den Vordergrund gestellt werden. Doch gerade die sind aber, wenn sie gefragt werden, nachweislich durchaus bereit eine gute medizinische und pharmazeutische Versorgung entsprechend leistungsgerecht zu honorieren. Den scheinheiligen Kassenfuzzis gehts in Wahrheit aber nur darum, die üppigen weit im 5-stelligen Bereich liegenden Gehälter und die vielen Annehmlichkeiten in den komfortablen Chefetagen der Kassenpalaeste auf Teufel komm raus zu sichern. Wenns Euch Kassenfuzzis wirklich um das Wohl der Beitragszahler gehen würde, dann würdet Ihr z.B. wie die Apotheker gezwungenermassen auch, einfach mal in den nächsten 8 Jahren auf Eure liebgewordene jährliche mehr...
dridi sagt:
26.01.2012 21:58Vielleicht sollten wir Gunnar Müllers Liste fortsetzen:
- CDU fordert das Ende der 6-wöchigen Vorfinanzierung der Arzneimittelversorgung durch die Apotheken. Die Abrechnung hat künftig 3x monatlich zu erfolgen.
- CDU fordert die Auszahlung der freiwillig erwirtschafteten Importguthaben an die Apotheken
-CDU fordert die Direktabrechnung der Rezeptgebühren und des Herstellerinkassos durch die Krankenkassen
-CDU fordert Strafgebühren für unberechtigte Retaxationen
und da würde uns sicher noch einiges mehr einfallen!
GeBo sagt:
26.01.2012 21:45Ich kann diesen blöden Spruch nicht mehr hören: "würde die Beitragszahler jedes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag kosten"...
mit diesem unqualifizierten Totschlag"argument" meinen die KK-Oberen aber auch wirklich alles begründen zu können, was die "Leistungserbringer" betrifft.... nur bei Ihren eigenen Kosten und Einkommen gilt das merkwürdigerweise nicht...
Wieso waren denn nach der Maueröffung die Arzneimittelpreise im Osten niedriger, die Autos haben aber das Gleiche gekostet?
Wieso mussten wir damals auf die Millionen verzichten, die die Krankenkassen aber selbstverständlich eingetrieben hätten, wenn sie ihnen zugestanden hätten?
Wieso werden zwei Apotheker die aus Kostengründen einen gemeinsamen mehr...
Pillenliesl sagt:
26.01.2012 20:38Das ist wieder ein typisches Schwänzemessen kraftprotzender Kassenbuben mit den Jungs aus dem Pharmaviertel. Die Pharmazeutenjungen spielen da aber schon lang nicht mehr mit....die haben immer verloren.....
Apolupus sagt:
26.01.2012 19:11Die kranken Kassen bekommen sonst immer ein Wunschkonzert gespielt, umgehen Wettbewerb durch Fusionen, und verschleiern weiter den Gewinn aus den Rabattverträgen: Hier sollte endlich mal gründlich aufgeräumt werden!
... und so sollten sich die Kassenfunktionäre mal fragen, ob sie mit einem Gehalt, was auf den Stand von 2004 festgesetzt wurde, im Jahr 2012 zufrieden wären.
Wir erleben seit 2004 durch die geänderte Preisverordnung Jahr für Jahr ein Verlust in Höhe der Inflation; ein Verlust den man eben nicht ausgleichen kann.
Guenter sagt:
26.01.2012 18:50Diese kranken, nur noch geldgierigen Kassen werden neben den jetzigen verantwortungslosen Gesundheitspolitikern eine große Mitschuld daran tragen, wenn in einigen Jahren die Arzneimittelversorgung bundesweit spürbar einbricht. Ketten, siehe Schlecker, werden es nicht retten.
Immer nur auf die Leistungserbringer einzuprügeln, ihnen nicht mal den Dreck unter den Fingernägeln zu gönnen, hinterlässt auf Dauer tiefe Spuren.
Meine Nachfolgeregelung mit 3 eigenen Apotheken wird definitiv im Sande verlaufen, ich kann keinem meiner Kinder guten Gewissens überhaupt zu einem Pharmaziestudium raten, so ver- und runtergekommen wie der Apothekerberuf mittlerweile ist!
Irgendwie werd ich's bis zur Rente noch schaffen, aber nach mir die Sintflut! FUCK YOU, DEUTSCHLAND!!