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Politik

Mehr als eine Million Menschen arbeiten derzeit in Deutschland bereits in der Pflege. Der Bedarf steigt ständig. (Foto: Gina Sanders - Fotolia.com)
Boombranche Pflege
Mehr Pflegekräfte als Autobauer
Berlin - Die Pflegebranche ist zu einem Jobmotor und zu einem der wichtigsten Zweige der deutschen Wirtschaft aufgestiegen. In der Branche arbeiten inzwischen mehr Menschen als in der Auto- oder der Elektroindustrie sowie im Maschinenbau. Das geht aus einer Studie des Wifor-Instituts der Technischen Universität Darmstadt hervor, berichtet die "Berliner Zeitung".
Die Zahlen wurden vom früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup für das Jahr 2008 berechnet. Demnach beschäftigte die Pflegebranche hierzulande zu diesem Zeitpunkt 1,12 Millionen Menschen. Zum Vergleich: In der Autoindustrie waren es 749.000 Beschäftigte.
Damit ist die volkswirtschaftliche Bedeutung der Pflegebranche deutlich gewachsen. Laut der Wifor-Studie nahm die Zahl der in der Pflege Beschäftigten zwischen 1996 und 2008 um knapp fünfzig Prozent zu. Das entspricht einem durchschnittlichen Beschäftigungszuwachs pro Jahr um 3,9 Prozent. Die Beschäftigtenzahl der deutschen Volkswirtschaft wuchs im selben Zeitraum lediglich um durchschnittlich 0,6 Prozent pro Jahr.
Da angesichts des demografischen Wandels die Zahl der Pflegebedürftigen hierzulande steigt, warnt die Pflegebranche schon jetzt vor einem akuten Arbeitskräftemangel. Bereits bis zum Jahr 2020 fehlten in Deutschland 300.000 Pflegekräfte, warnte der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA). "Deutschland braucht eine umfassende Qualifizierungsoffensive in der Pflege und die Greencard für Pflegekräfte", sagte BPA-Präsident Bernd Meurer der "Berliner Zeitung".
Lothar Klein / 09.08.2010, 11:35 Uhr
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