Pharmazie

Das Chlorotoxin aus dem Gift von Skorpionen kann mit Nanopartikeln in Krebszellen eingeschleust werden und konnte dort die Genexpression nahezu verdoppeln. (Foto: montebelli - Fotolia.com)

Das Chlorotoxin aus dem Gift von Skorpionen kann mit Nanopartikeln in Krebszellen eingeschleust werden und konnte dort die Genexpression nahezu verdoppeln. (Foto: montebelli - Fotolia.com)

Krebstherapie

Skorpiongift als Gentaxi

Schon seit einigen Jahren sucht die Wissenschaft nach Möglichkeiten, Gene in Zellen bösartiger Hirntumoren zu schleusen, um somit das Krebswachstum stoppen zu können. Viel versprechende Ansätze zeigen aktuelle Untersuchungen an Mäusen, wo sich Chlorotoxin, ein Giftbestandteil des Gelben Mittelmeerskorpions, als effektiver Gen-Transporter erweist.

Mit der Gentherapie verspricht man sich die gezielte Behandlung von Hirntumoren, wie z. B. Glioblastomen, einer besonders häufigen und schwerwiegenden Variante. Die Krebszellen könnten besser erreicht und schneller abgetötet werden, als es andere Methoden möglich machen. Schwierig ist derzeit jedoch, geeignete Transportsubstanzen zu finden, die die Gene punktgenau in die betroffenen Zellen einschleusen. Die "Gen-Shuttle" sollten eine hohe Sicherheit und wenige Nebenwirkungen aufweisen. Wissenschaftler der University of Washington in Seattle wurden fündig. Sie testeten an krebskranken Mäusen ein Transportsystem, bei dem der Inhaltsstoff Chlorotoxin aus dem Gift des Gelben Mittelmeerskorpions (Leiurus quinquestriatus) an Nanopartikel mit Eisenoxid angehängt wurde. In die Krebszellen eingeschleust konnte dort die Genexpression nahezu verdoppelt werden. Die Wissenschaftler hoffen, auf diese Weise die Gentherapie durchführen und damit die Ausbreitung von Tumorzellen im Gehirn erfolgreich stoppen zu können.

 

Quelle: Kievit, F:M. et al.: ACS Nano, 2010, 4 (8), pp 4587–4594

 

Franziska Wartenberg/DAZ / 06.09.2010, 10:26 Uhr

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