Pharmazie

Als neuer Ansatzpunkt in der HIV-Therapie gelten Proteine, die den Anteil des eingebauten Erbgutes in das Genom der Wirtszelle drastisch ansteigen ließ. (Foto: Alpharma-Isis)
HIV
Neue Strategie gegen Aids
Bisher konnten die auf dem Markt befindlichen Medikamente gegen Aids die Infektion eindämmen, aber nicht auslöschen. Ein neuer Ansatzpunkt basiert auf der vollständigen Vernichtung der Virus tragenden Zellen.
HIV ist als Retrovirus in der Lage einen Teil seiner RNA als DNA in das Genom der Wirtszelle einzubauen. Die Wirtszelle "erkennt" das fremde Erbgut als körpereigen an und produziert ab diesem Zeitpunkt neue virale RNA. Das Tückische dabei ist, dass das HI-Virus die eigentliche Körperabwehr, wie T-Helferzellen und Monozyten, befällt.
Die bisherigen Arzneistoffe der als HAART (Highly Active Antiretroviral Therapy) bezeichneten Therapie senken drastisch die Viruslast und verhindern damit den Ausbruch der eigentlichen Krankheit. Die infizierten Zellen bleiben dabei jedoch erhalten.
Einen neuen Ansatzpunkt in der HIV-Therapie haben die Wissenschaftler um Abraham Loyter an der Hebräischen Universität in Jerusalem beobachtet. Sie entwickelten bestimmte Eiweiße, die den Anteil des eingebauten Erbgutes in das Genom der Wirtszelle drastisch ansteigen ließ. Durch diese "Überladung" der Wirtszelle mit fremder DNA, in Kombination mit einem speziellen Proteaseinhibitor, wurde der kontrollierte Zelltod (Apoptose) der infizierten Zelle ausgelöst und das Virus entfernt.
Im Zellkulturenversuch zeigte sich, dass nur die HIV-infizierten Zellen der Apoptose unterlagen, gesunde Zellen nahmen keinen Schaden. Dieser neue Angriffspunkt könnte den ersten Schritt Richtung Heilung in der HIV-Therapie darstellen.
Quelle:
Loyter, A. (Hebräische Universität, Jerusalem) et al.: AIDS Research & Therapy, Onlineveröffentlichung, doi:10.1186/1742-6405-7-31
Simone Kruse/DAZ / 03.09.2010, 10:43 Uhr
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HPD sagt:
03.09.2010 18:30So ist recht! Forscht weiter und hoffentlich gibts bald was "gescheites" gegen AIDS. Bis dahin ist es aber weiterhin unerlässlich, konsequent Kondome zu verwenden.