Pharmazie

Liposomenmembran (gelb/blau) mit künstlichen Rezeptoren (rot). Eingelagerte Farbstoffmoleküle (schwarz/grün) werden durch Anbindung von kleinen Biomolekülen (grau) reorganisiert, wodurch eine ursprünglich nur schwach gefärbte Lösung stark leuchtet. (Foto: Universität Regensburg)

Liposomenmembran (gelb/blau) mit künstlichen Rezeptoren (rot). Eingelagerte Farbstoffmoleküle (schwarz/grün) werden durch Anbindung von kleinen Biomolekülen (grau) reorganisiert, wodurch eine ursprünglich nur schwach gefärbte Lösung stark leuchtet. (Foto: Universität Regensburg)

Synthetische Antikörper

Künstliche Nanosensoren

Regensburg - Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts haben Regensburger Wissenschaftler künstliche Rezeptoren oder Nanosensoren entwickelt. Diese verfügen über synthetische Bindungsstellen und bilden künstliche Membranen in Form von kugelförmigen Anordnungen aus oberflächenaktiven Molekülen (Liposomen) aus.

Binden andere Moleküle an diese "Bläschen", dann verdrängen sie Farbstoffmoleküle, die in den Nanosensoren eingelagert sind. Daraufhin ändern die Nanosensoren ihre optischen Eigenschaften und leuchten auf. Zu analysierende Moleküle können auf diese Weise sichtbar gemacht und erkannt werden.

Der entscheidende Vorteil der neuen Nanosensoren liegt in ihrer einfachen und kostengünstigen Herstellung. Ihre Zusammensetzung kann zudem – über einen Baukasten aus unterschiedlichen Lipiden und verschiedenen Farbstoffen – leicht verändert und angepasst werden. Dadurch eignen sich die Nanosensoren für eine ganze Reihe von analytischen Verfahren bei der Untersuchung von Zelleigenschaften.

Derzeit konzentrieren sich die Forscher darauf, noch komplexere Strukturen und größere Biomoleküle erkennen zu können. Langfristiges Ziel ist der Einsatz der neuen Sensoren auf Proteinoberflächen. Dadurch könnte in der Zukunft eine universelle Methode zur Herstellung von künstlichen Antikörpern entwickelt werden.

 

Quelle: Gruber, B. et al.: Angewandte Chemie 2010, Online-Vorabpublikation,  DOI:10.1002/ange.201001101.

 

Dr. Bettina Hellwig / 27.08.2010, 07:00 Uhr

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