Pharmazie

Durch gezielte Stromstöße lässt sich das Gedächtnis beeinflussen. Inwieweit dies medizinisch von Nutzen ist, ist noch offen. (Foto: eyezoom1000 - Fotolia.com)

Durch gezielte Stromstöße lässt sich das Gedächtnis beeinflussen. Inwieweit dies medizinisch von Nutzen ist, ist noch offen. (Foto: eyezoom1000 - Fotolia.com)

Neurologie

Stromstöße verbessern die Gedächtnisleistung

Sanfte Stromstöße, von außen über die Schläfen geschickt, können das Gehirn zu markanten Gedächtnisleistungen antreiben. Das sagen Wissenschaftler aus Boston nach einem Experiment. Erfährt der rechte Schläfenlappen eine elektrische Anregung, während die linke Hirnhälfte lahm gelegt wird, schlägt sich das unter anderem in einem verbesserten visuellen Erinnerungsvermögen nieder.

36 Personen nahmen an der Untersuchung teil, in deren Verlauf der Einfluss schwacher Stromimpulse auf die Gedächtnisleistung getestet werden sollte. Die Probanden sahen sich zu Beginn der Studie zwölf Projektionen an, deren Formen in Anzahl, Anordnung, Farbe und Größe variierten. Dann wurde mit weiteren fünf Abbildungen getestet, an welche zuvor gesehenen Projektionen sie sich noch erinnern konnten. Anschließend legten die Wissenschaftler den Teilnehmern Elektroden an die Schläfen und schickten 13 Minuten lang sanfte Ströme hindurch. Bei einem Teil der Probanden wurde gezielt die linke Seite des Gehirns stimuliert und die rechte Seite lahm gelegt. Bei den anderen Teilnehmern gingen die Forscher umgekehrt vor. Während der Stimulation sollten die Probanden weitere Gedächtnistests absolvieren. Fazit: Die Personen mit aktiviertem rechten Schläfenlappen und gehemmter linker Hirnhälfte konnten sich besser an die Abbildungen erinnern als die Teilnehmer mit umgekehrter Stimulation. Die Wissenschaftler vermuten, dass durch die Hemmung des linken Hirnareals überflüssige und verwirrende Informationen ausgeblendet werden, so dass die rechte Seite sich besser auf das Wesentliche konzentrieren kann.

 

Quelle: Chi, R. et al.: Brain Res., Online-Vorabpublikation, DOI:10.1016/j.brainres.2010.07.062

 

Franziska Wartenberg/DAZ / 23.08.2010, 06:51 Uhr

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