Pharmazie

Tolle Knolle Sellerie ist reich an Luteolin, das sich in Untersuchungen als entzündungshemmend erwiesen hat. (arnowssr - Fotolia.com)
Lebensmittelforschung
Antientzündliche Lebensmittelinhaltsstoffe
Dass verschiedene Lebensmittel antientzündliche Wirkungen entfalten können, ist seit langem bekannt. Neue Details dazu, wie verschiedene antientzündliche Komponenten wirken, haben US-amerikanische Wissenschaftler vor kurzem bekannt gegeben.
Forscher um Daniel H. Hwang vom Agricultural Research Service der Universität California-Davis untersuchten antientzündlich wirkende Inhaltsstoffe von Lebensmitteln auf deren Wirkmechanismus. Dabei entdeckten sie sechs Komponenten, die alle an TBK1 (TANK-binding kinase1) angreifen. Dieses in Entzündungszellen vorkommende Protein ist an der Aktivierung des NFkappaB-Signalwegs beteiligt und triggert darüber die Entstehung von Entzündungsmediatoren. Bei den an TBK1 angreifenden Verbindungen handelte es sich um Luteolin, Quercetin, Chrysin, Eriodicytol, Hesperitin und Narenginin. Luteolin findet man unter anderem in Sellerie, grünem Pfeffer und Kamillentee. Quercetin-reiche Lebensmittel sind Kapern, Äpfel und Zwiebeln. Chrysin ist ein Inhaltsstoff der Frucht der blauen Passionsblume. Und gute Lieferanten für Eriodicytol, Hesperitin und Narenginin sind Orangen, Grapefruits und Zitronen. Den stärksten hemmenden Effekt auf TBK1 hatte in den Untersuchungen Luteolin. Basierend auf den Erkenntnissen hoffen die Wissenschaftler weitere antientzündliche Mechanismen von Lebensmittelinhaltsstoffen aufdecken zu können. Ob sich aus diesem Wissen langfristig ein medizinischer Nutzen ableiten lässt, ist offen.
Quelle: Pressemitteilung vom USDA/Agricultural Research Service vom 16.7.2010
Dr. Beatrice Rall / 22.07.2010, 10:30 Uhr
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