Pharmazie

In einer Metaanalyse wurde ein geringfügig, aber signifikant erhöhtes Krebsrisiko unter Sartanen beobachtet. (Foto: National Cancer Institute)
Metaanalyse
Krebsrisiko unter Sartanen geringfügig erhöht
In einer aktuellen Metaanalyse wurde ein geringfügig erhöhtes Krebsrisiko unter der Gabe von Sartanen beobachtet. Da die Patienten überwiegend mit Telmisartan behandelt worden waren, lastet der Verdacht vor allem auf diesem Angiotensin-II-Rezeptorblocker. Der Hersteller Boehringer Ingelheim sieht keine Gefahr. Eine interne Sicherheitsanalyse zeige kein erhöhtes Risiko für maligne Erkrankungen unter Telmisartan.
Die Ergebnisse einer Metaanalyse von neun randomisierten Studien liegen vor, in denen Patienten mit Candesartan, Losartan, Valsartan und Telmisartan behandelt worden waren. Neue Krebserkrankungen traten unter Sartanen bei 7,2% der Patienten, unter anderen Therapien bei 6% auf. Das relative Risiko betrug 1,08. Es war statistisch signifikant. In den Studien war die überwiegende Zahl der Patienten mit Telmisartan behandelt worden, so dass Telmisartan unter besonderem Verdacht steht, für das geringfügig, aber signifikant erhöhte Risiko für Krebsneuerkrankungen verantwortlich zu sein. Dagegen ist der Telmisartan-Hersteller Böhringer Ingelheim von der Sicherheit seines Angiotensin-II-Rezeptorblockers überzeugt. Er sei in klinischen Studien mit mehr als 50.000 Patienten untersucht worden, man blicke auf eine Anwendungsdauer von 34,5 Millionen Patientenjahren.
Nachdem die FDA aufgrund der Ergebnisse zweier Langzeitstudien schon der Frage nachgeht, ob Olmesartan das kardiovaskuläre Risiko völlig unerwartet erhöht, werden die Überwachungsbehörden nun auch prüfen müssen, ob Sartane tatsächlich mutagen wirken.
Weitere Informationen finden Sie in der aktuellen Ausgabe der DAZ.
Quellen:
Sipahi I, et al.: Angiotensin-receptor blockade and risk of cancer; meta-analysis of randomised controlled trials. Lancet Oncology. Early Online Publication 14. Juni 2010, doi:10.1016/S1470-2045(10)70106-6
Pressemitteilung Boehringer Ingelheim, 14. Juni 2010.
Dr. Doris Uhl / 23.06.2010, 10:50 Uhr
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