Pharmazie

Die Herstellung von künstlichem Gewebe stellt Wissenschaftler heute noch vor große Herausforderungen. (Foto: P. Jungmayr)

Die Herstellung von künstlichem Gewebe stellt Wissenschaftler heute noch vor große Herausforderungen. (Foto: P. Jungmayr)

Tissue engineering

Warum es so schwierig ist, künstliche Gewebe zu züchten

Hamburg-Harburg - Mit künstlichem Knorpel leben Patienten mit Knorpelverschleiß wieder schmerzfrei, künstliche Haut hilft dabei, Tierversuche zu vermeiden und zeigt die Nebenwirkungen einer Creme besser als Tiere. Doch Tissue engineering, also das Anzüchten von Zellen und Gewebe außerhalb des Körpers, ist schwierig.

Mit Tissue Engineering wollen Mediziner zerstörte Gewebe- oder Organfunktionen schonend wiederherstellen. Das ist jedoch schwieriger als noch Mitte der 1990er Jahre gedacht, denn die biologischen Vorgänge innerhalb eines Gewebes sind komplex: Zellen kommunizieren miteinander, schütten Wachstumsfaktoren aus oder reagieren auf Signale anderer Zellen.

Die Bedingungen, unter denen ein Gewebe im Labor wächst, beeinflussen stark, wie leistungsfähig es später ist. Daher lassen sich Bedingungen wie Druck und Scherbelastung im Bioreaktor so einstellen, wie sie beispielsweise im menschlichen Knie vorliegen. Unter solchen Bedingungen gewachsener künstlicher Knorpel ist im Körper belastbarer.

Forscher nutzen für Arzneimitteltests bisher meistens zweidimensionale Gewebe in Zellkulturplatten. Diese Gewebe bilden die Verhältnisse im Körper aber nicht genau genug nach. Mit dreidimensionalem Gewebe ließe sich besser voraussagen, ob bei einem Arzneimittel später mit unerwünschten Wirkungen zu rechnen ist. Dreidimensionale Zellverbände für solche Tests sind aber noch in der Entwicklung.

Der Chemietechniker Ralf Pörtner von der Technischen Universität Hamburg-Harburg beschreibt jetzt, was mit künstlichen Geweben alles möglich ist. Gleichzeitig zeigt er, welche Hürden die Wissenschaft noch überwinden muss. Der Artikel erschien in der Januarausgabe der „Nachrichten aus der Chemie“.

 

Quelle: www.gdch.de/taetigkeiten/nch/jg2010/h01_10.htm


Dr. Bettina Hellwig / 23.02.2010, 10:36 Uhr

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