Pharmazie

Empfindliche Kinder leiden stark unter Stress in der Familie oder der Schule. Wachsen sie in einem stabilen Umfeld auf, entwickeln sie teilweise aber ein erstaunliches Potenzial. (Foto: Medienbüro Scharditzky/Doppelbauer)
Pädiatrie
Stressanfälligkeit muss für Kinder nicht nur schlecht sein
Kinder, die auf Stress sensibel reagieren, sind in der Regel nervöser als stressresistentere Gleichaltrige und haben häufiger Verhaltens- und Gesundheitsprobleme. Eine aktuelle Langzeituntersuchung spricht diesen Kindern allerdings auch ein größeres Entwicklungspotenzial zu.
"Sensible Kinder stellen für Eltern und Lehrer eine größere Herausforderung dar", meint Jelena Obradović, Stanford University. Wenn sie entsprechend behutsam behandelt und gefördert würden, könnten sie sich jedoch zu Persönlichkeiten mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und einer großen inneren Stärke entwickeln. Obradović studierte 338 Kindergartenkinder mit ihren Eltern und Lehrern, um herauszufinden, wie sich das familiäre Umfeld und die biologisch angelegte Stress-Reaktivität auf die Entwicklung der Kinder auswirken. Sie konnte zeigen, dass Kinder, die auf Stress stark reagieren, deutlich abhängiger vom familiären Umfeld waren als stressresistentere Kinder. In problematischen Familien litten diese Kinder stärker und hatten häufiger Entwicklungsprobleme. Dafür blühten sie in einem stabilen Familienumfeld auch stärker auf als weniger sensible Kinder und zeigten dann häufiger ein größeres Potenzial.
Quelle: Obradović, J. et al.: Child Develop. 2010; 81 (1): 270-289
Dr. Beatrice Rall / 11.02.2010, 09:00 Uhr
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