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Franz M. Wuketits

Wie der Mensche wurde, was er isst.

Die Evolution menschlicher Ernährung

 

Evolution aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel, nämlich der Ernährung: Dass der Urmensch als Jäger und Sammler jede Gelegenheit nutzte, sich übersatt zu essen, da die Verfügbarkeit von Nahrung der limitierende Faktor war und heute das Problem des Überangebots in den Supermärkten zu Übergewicht führen kann, ist nichts Neues. Dennoch zeigt sich, dass der Mensch als Allesfresser einen evolutionären Vorsprung hat. Grundsätzlich ist alles essbar, es sei denn, es ist giftig. Mäklerisches Spezialistentum hingegen führt häufig zum Aussterben einer Art.

Auch die Entdeckung des Feuers bringt Veränderung – es spart vor allem Energie! Nicht Holz, Kohle oder Strom, aber körperliche Energie. Weichgekochtes muss weniger lange gekaut werden und ist leichter verdaulich. Das Feuer erst ließ Menschen zu Lebensmittelproduzenten werden und zu Feinschmeckern. Durch das Feuer war es relativ einfach für mehrere Leute Nahrung aufzubereiten, einzelne Lebensmittel zu konservieren und das Feuer verbannte die Frau an den Herd. Der nächste Schritt in der Lebensmittelproduktion waren Ackerbau und Viehzucht. Die zumeist artgerechte Tierhaltung, die ökologische Bodenwirtschaft blieb lange verbreitet und sicherte die Ernährung. Erst die Industrialisierung Mitte des 20. Jahrhunderts im Lebensmittelbereich sollte massive Einschnitte nach sich ziehen. Bis zu dieser Zeit war Essen eine soziale Veranstaltung, doch je mehr Fast Food auf den Markt drängt, umso mehr passiert das Essen nebenbei – während der Arbeit, während des Laufens, während des Fernsehens…

Der Autor beschreibt ausgehend von der heutigen Suche nach gesunder Ernährung die Entwicklung der Essgewohnheiten und ihren Einfluss auf den Menschen. Eine interessante Lektüre, die sich auch Aspekten wie Kannibalismus, Völlerei, Lebensmittelqualität, Unter- und Überernährung widmet. Evolution ist auf jeden Fall weiter zu fassen als nur die Entwicklung der Zweifüßigkeit des Menschen, die Entwicklung der Hände und die Vergrößerung des Gehirns. Und gerade beim Essen spielen soziale und kulturelle Einflüsse eine entscheidende Rolle. Das Buch ist eine Aufforderung zu mehr Entspannung beim Essen, für eine Renaissance des einfachen Genusses und der Gemeinsamkeit am Esstisch, ein Bekenntnis zu „Slow Food“.  (cs)

 

Hier finden Sie Leseproben zum Buch "Wie der Mensch wurde, was er isst".

Weitere Informationen zum Buch "Wie der Mensch wurde, was er isst" finden Sie hier.

 

S. Hirzel Verlag

ISBN 978-3-7776-2114-2

148 S., 2010, gebunden

 

19,80 Euro inkl. MwSt.

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