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Dietrich Mebs

Gifttiere -

Ein Handbuch für Biologen, Toxikologen, Ärzte und Apotheker

 

Pharmazeutisch gesehen spielen Tiere als Gift erzeugende Organismen auf den ersten Blick eine untergeordnete Rolle. Denkt man aber an Antidiabetika aus Krustenechsen oder Analgetika aus Fröschen und Meeresschnecken sowie die passende Behandlung für einen Schlangenbiss ist man schon mitten in der faszinierenden Welt von Dietrich Mebs Standardwerk angekommen, das jetzt in der dritten aktualisierten Auflage erschienen ist.

Die einleitenden Kapitel führen zunächst in Funktion und Chemie der giftigen Fauna ein. Bereits hier fallen die zahlreichen exotischen Meeresorganismen auf, die scheinbar einen eigenen toxikologischen Kosmos bewohnen. Aber auch über unseren Gartenigel sind erstaunliche Dinge zu erfahren.

Im bewährten Format wird der Leser in zahlreichen Monographien, gegliedert nach Tierklassen, durch die gesamte Welt der Gifttiere geführt. Die grundlegende Einteilung in Meerestiere und Landbewohner ist berechtigt, da ungefähr zwei Drittel der vorgestellten Tiere aus unseren Ozeanen stammen. Die großartigen Fotos sind eine Entschädigung für die Tatsache, dass die meisten dieser äußerst farbenfrohen Blumentiere, Fische und Kraken den Augen der meisten Normalsterblichen verborgen bleiben werden. Nemos Reich bleibt eine bisher nur ansatzweise verstandene Fundgrube auf chemischer Abwehr basierender Lebensgemeinschaften.

Im Abschnitt über Landtiere begegnen dem Leser zahlreiche Bekannte von Giftschlangen über Skorpione zu Spinnen. Aber auch hier staunt man über die Vielfalt und die toxikologische Raffinesse. Eine Überraschung birgt das Kapitel über giftige Vögel, die auch erst seit gut einem Jahrzehnt bekannt sind, ist die „chemische Keule“ doch eher bei kriechenden oder krabbelnden Gesellen verbreitet. Man bekommt ein Gefühl dafür, dass in unseren Breitengraden nicht nur das gemäßigte Klima zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt, sondern auch die weitgehende Abwesenheit von Bedrohungen durch diese Spezies. Aber auch hiesige Bedrohungen wie Insektenstiche werden angemessen abgehandelt.

Ergänzt werden diese Ausführungen durch praktische Hinweise zur ersten Hilfe und typische Fallbeispiele von Vergiftungsfällen. Für den Fernreisenden werden entsprechende Empfehlungen und Verhaltenshinweise formuliert.

Wer sich als Arzt oder Apotheker der Reisemedizin verbunden fühlt, findet im vorliegenden Werk eine sinnvolle Ergänzung zur Standardliteratur. Wer sich für die großen und kleinen Wunder der Natur begeistern kann, ist mit diesem opulenten Band allemal gut beraten. (pt)

 

Hier finden Sie Leseproben zum Buch "Gifttiere" von Dietrich Mebs

Weitere Informationen zum Buch "Gifttiere" finden Sie hier

 

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

ISBN 978-3-8047-2510-2

3., neu bearbeitete und erweiterte Auflage Auflage 2010.

X, 430 S., 511 farb. Abb., 35 s/w Zeichnungen, gebunden

 

78,00 Euro inkl. MwSt.

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