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Till Bastian

Treppenwitz mit Stein im Brett

88 Redensarten, Metaphern, Floskeln - wo sie herkommen, was sie sagen

 

Auch wenn „das goldene Zeitalter“ schon lange vorbei ist, möchten Sie nicht länger am „Arsch der Welt“ leben, sondern viel lieber am „Duft der großen weiten Welt“ schnuppern und sich „im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ auf die Suche nach „dem Stein der Weisen“ begeben? Nur allzu verständlich, denn schließlich gehören Sie zur „Jeunesse dorée“ und nicht zum „Lumpenproletariat“! Doch stellten Sie sich – mal ganz unabhängig von Ihrer Reisesehnsucht – nicht auch schon des Öfteren die Frage, was sich eigentlich hinter diesen sattsam bekannten und vielfach verwendeten Metaphern und Redensarten verbirgt? Für Aufklärung sorgt ein Blick in Till Bastians Werk „Treppenwitz mit Stein im Brett“. In 88 amüsanten und hintergründigen Texten bringt der Autor dem Leser in mal ernsten, mal heiteren Anekdoten historisch Interessantes zur Kenntnis. Oder hätten Sie gewusst, dass der florentinische Baumeister Filippo Brunelleschi das berühmte Ei des Kolumbus eigentlich schon über 100 Jahre vor dem seefahrenden Entdecker gefunden hatte?

Auf ein bis zwei Seiten, portioniert in leicht verdauliche Häppchen, fasst der Autor das historische, soziologische, politische oder geographische Umfeld, in dem die jeweiligen Redewendung entstanden ist, kompakt zusammen, ohne sich dabei in Details zu verlieren. Die mühevolle Recherchearbeit, die den kurzen Abrissen an mancher Stelle zu Grunde gelegen haben muss, ist dem Werk dank des angenehm locker-leichten Schreibstils beim Lesen kaum anzumerken. So wirkt das Buch auf eine ganz eigene erfreulich unverkrampfte Weise instruktiv, ohne dabei belehrend zu sein. Dies alles macht „Treppenwitz mit Stein im Brett“ zum idealen Nachttischbuch: ein gut konsumierbares Stück Sprach- und Kulturgeschichte für ein entspannt schmunzelndes Einschlafen. Zwar bezeichnet es der Autor am Ende seines Werkes selbst bedauernd als eine „Ironie des Schicksals“, dass er trotz aller Mühe keine Quelle finden konnte, die die Herkunft gerade dieser viel zitierten Redewendung hätte klären können. Als Leser möchte man ihm zum Trost zurufen: „ Es ist noch nicht aller Tage Abend!“ Eine Fortsetzung daher dringend erwünscht! (az)

 

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Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier

 

S. Hirzel Verlag

ISBN 978-3-7776-1663-6

2009. 160 S., gebunden

 

22,00 Euro inkl. MwSt.

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