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Kommentare zur Umfrage Hilfsmittelversorgungsvertrag – treten Sie bei?
- Im Gegensatz zu den Verantwortlichen des Deutschen Apothekerverbandes habe ich den Vertrag Wort für Wort gelesen; neben den Unverschämtheiten das Personal betreffend sehe ich selbst bei Vertragsbeitritt keine Chance zur Versorgung, da die entsprechende GKV bei ihrer Paralellsuche mit Sicherheit einen günstigeren Anbieter findet (konkrete Vertragspreise gibt es ja praktisch nicht); das größte Problem sehe ich in der Regelung, dass die GKV über Dritte (eine beauftragte Firma also) die versorgten Patienten nach ihrer Zufriedenheit befragen darf, hier werden dieser Firma mit Sicherheit nur "schlechte" Nachrichten bezahlt, "only bad news are good news" wie man es heutzutage aus den Medien lernen darf.
- Für eine kleine Apotheke wie die meine, in der ich fast alles selbst mache, ist ein QMS absoluter Unsinn, der nur Geld kostet und nichts bringt. Wenn die Barmer meint, ich könne ohne QMS kein Blutdruckmeßgerät verkaufen, dann verzichte ich eben darauf.
- Wenn jede Krankenkasse jetzt ihre eigenen Verträge macht, dann gute Nacht! Zumal der Vertrag viel zu kurzfristig kam und man als Nicht-DAV-Mitglied gar nicht erst informiert wird!
- Wir sind dem Vertrag nur in Teilen beigetreten (Anlage 17 unter Ausschluss der lymphatischen Versorgung). Der Vertrag ist ein reiner "Beitrittsvertrag" und insoweit mit der Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes nicht vereinbar (Az. B 3 KR 25/07 R, B 3 KR 23/07 R). Aus seiner Entstehung heraus ist er sittenwidrig und damit nach § 138 (1) BGB nichtig. Was sagen eigentlich die Justiziare des Deutschen Apothekerverbands dazu? Offenbar nix - wie immer!
- Unsere Vertreter lassen sich zu immer irrsinnigeren Konditionen überreden. Und dann heißt es: Es hätte noch schlimmer kommen können.
- Rückgrat zeigen, nicht jeden Schwachsinn mitmachen. Die Vetragspartner an die Realität erinnern. Weitere Bürokratisierung (QMS usw.)verhindern. Lieber billigere Preise vereinbaren, einfaches Abrechnungsverfahren, als diesen Blödsinn. Die Grundstrategie des DAV ist falsch: es wird versucht höhere Preise mit QMS zu rechtfertigen,dabei entsteht eine Lose-Lose Position. Die Kasse hat einen schlechten Preis, und wir den Makel des Teuersten, zusätzlich noch QMS-Ballast an Bord. Ziel muss sein, die Realzeit am Kunden zu erhöhen und nicht die Zeit mit dämlicher Verwaltung zu versenken!
- 1. Der Vertrag ist unzumutbar, 2. QMS ist Quatsch mit Soße, 3. Wir verlieren kaum Umsatz.
- Ich bin de Vertrag beigetreten, weil ich meine Kunden nicht fortschicken will. Der Vertrag als solcher ist eine Zumutung und Erpressung!
- Bleibt ja nichts anderes übrig. Aber es ist schon eine Ungeheuerlichkeit, dass der Deutsche Apothekerverband solch ein übles Werk unterzeichnet.
- Der Vertrag verstößt gegen das Antidiskriminierungsgesetz. Man sollte die Macher anzeigen!
- Wer Diabetiker versorgt, muss praktisch beitreten. Man kann vom Kunden nicht verlangen, dass sie bei uns die Teststreifen holen und die Pennadeln anderswo. Möglicherweise ist dann das Insulinrezept auch noch fort. Letztlich läuft der Vertrag aber auf räuberische Erpressung hinaus. Viele Einzelheiten (für sich genommen Kleinigkeiten) verlangen von uns immer mehr Leistung für immer weniger Geld. Besonders stört mich die um ca. 3 Wochen verzögerte Auszahlung der Abrechnung nach § 302.
- Ich bin dem Vertrag unter Protest beigetreten, da ich nicht das Dosieraerosol abgeben kann und dann die Eltern von Kleinkindern für den Vortex-Vorsatz weiterschicken möchte. Ob mir allerdings im Notdienst jemand den Kostenvoranschlag direkt genehmigt, konnte mir bisher noch keiner beantworten - oder muss das Kind dann erstmal ins Krankenhaus?
- Für eine Filialapotheke fällt die Entscheidung nicht schwer, aber ich frag mich jetzt schon, wie ich das den Kunden erklären soll, dass sie jetzt in die 35km entfernte Stadt fahren sollen. Die Betroffenen sind ja in der Regel nicht so schrecklich mobil...
- Aufgrund der Gesetzeslage ist derzeit eine Aufsplitterung der HiMi-Verträge zu beobachten. Bei Nichtbeitritt verabschiedet sich die Apotheke aus diesem Teil der Hilfsmittelversorgung. Boykott bringt nichts, da die Wettbewerber schon lachend bereit stehen. Trotzdem ist die dieses Vertragsangebot in keiner Weise fair - da hatte man beim Deutsche Apothekerverband nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
- Die Zustimmung erfolgte wider Willen nur deshalb, um die wohnortnahe Versorgung aufrecht zu halten. Es wäre im Interesse aller Apotheken klüger gewesen, wenn der Deutsche Apothekerverband (DAV) diesen Vertrag nicht ausgehandelt hätte, denn dann hätten BEK/GEK und TK ein ernsthaftes Versorgungsproblem vor Ort.
- Was will man machen?
- Man muß nicht jeden Sch... mitmachen! Eigentlich ganz gut, dass man gezielt "aussteigen" kann, somit haben wir endlich mal die Möglichkeit zu signalisieren, wo unsere Grenzen liegen. Für schlechte Entlohnung sollten wir nicht noch mehr hochwertige Arbeitsleistung verschenken.


