Arzneimittelfälschungen

Grünes Licht für Securpharm-Pilotprojekt

Düsseldorf - 07.10.2011, 10:33 Uhr


Arzneimittelpackungen sollen in Europa noch sicherer werden. Ein gemeinsames Projekt von Pharma- und Großhandelsverbänden sowie der Apotheker will das Einschleusen von Arzneifälschungen in die Apotheken verhindern.

Das gemeinsam mit dem Bundesverband der Arzneimittelhersteller, dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, dem Verband ProGenerika, dem Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller und dem Großhandelsverband Phagro entwickelte SecurPharm-Projekt dient dazu, Arzneimittel auf Basis individueller, randomisierter Seriennummern zu verifizieren. Bei der Arzneimittelabgabe soll die Arzneimittelpackung in der Apotheke über einen gescannten Code mit dem in einer Datenbank hinterlegten Code abgeglichen werden. Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker gab nun grünes Licht, auf eine deutschlandweite Umsetzung nach der Pilotphase hinzuarbeiten. In Richtung EU-Kommission erhob der Apothekertag die Forderung, die dazugehörige Richtlinie (2011/62/EU) so auszugestalten, dass sie kompatibel zu nationalen Authentifizierungssystemen wie SecurPharm ist und deren Betrieb nicht beeinträchtigt.

Wie in der Diskussion auf dem Apothekertag deutlich wurde, soll die Pilotphase auch zeigen, wie lange der Abgabevorgang in der Apotheke mit der Authentifzierung der Arzneimittelpackungen in Anspruch nehmen wird: Scannen der Arzneimittelpackung, Übermittlung des Codes via Internet an die Datenbank und Rückbestätigung des Codes an die Apotheke. Hier wurden Bedenken geäußert, dass dieser Vorgang möglicherweise zu lange Zeit in Anspruch nehmen könnte. Voraussetzung ist ein schnelles Internet, auch in ländlichen Regionen.

Auf Apotheken werden Kosten zwischen 1000 und 1500 Euro zukommen für einen passenden Scanner, die Software und schnelle Internetverbindung. Der Pilotversuch ist für 2013 vorgesehen für die Dauer von drei Monaten. Deutschlandweit soll das Projekt bis spätestens 2016 eingeführt werden.


Peter Ditzel